ArchSiU


  • Titel: Architekturen der Sicherheit – Die Sichtbarkeit der Unsicherheit
  • Laufzeit: 08.2020 – 04.2025
  • Zuwendungsgeber: Anschubfinanzierung TU Berlin, Qualifizierungsstelle (Promotion) BHT
  • Projektleitung: Prof. Thomas Sakschewski (BHT), Promotion: Andreas Gürich, M.Eng.
  • Projektpartner: Prof. Dr. Stefanie Bürkle, TU Berlin

Das subjektive Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum ist empfindlich gestört. Terroristische Anschläge wie 2016 in Nizza und Berlin oder weitere Attacken, insbesondere Überfahrtaten in den letzten Jahren, haben Bürgerinnen und Bürger verunsichert. Internationale Krisen wie Kriege, der Klimawandel sowie gesellschaftliche Verwerfungen führen zusammen mit einem Wandel der Innenstädte zur Verstärkung von Unsicherheitsfaktoren im öffentlichen Raum. Es wird immer deutlicher, dass Sicherheit Schutz und Raum beinhaltet. Ein öffentlicher Raum, der durch Architekturen der Sicherheit und deren Erscheinungsbild nachhaltig geprägt wird.

Das Forschungsprojekt „Architekturen der Sicherheit – Die Sichtbarkeit der Unsicherheit“ (ArchSiU) untersucht interdisziplinär Gestalt und Stadtbild (TU Berlin) sowie Konstruktion und Funktion (Berliner Hochschule für Technik) der Architekturen der Sicherheit. Als Architekturen der Sicherheit lassen sich Objekte und bauliche Anlagen bezeichnen, die öffentlichen Raum in innen- und außenliegende Räume trennen, um Menschen zu schützen. Damit untersucht das Projekt ebenso Sicherheitsbedürfnis wie planerische Umsetzung. In den vergangenen Jahren entstand das Phänomen, dass immer mehr öffentliche Plätze und Veranstaltungen, z.B. durch Zufahrtsschutzmaßnahmen wie Betonkuben, geschützt werden sollten, ohne dass ein breiter gesellschaftlicher Diskurs um diese Architekturen stattfand. Die Gestalt und Form dieser Architekturen ergeben sich primär durch den Nutzen, ohne dass sie selbst Gegenstand einer Gestaltung wären, wobei sie die ästhetische Wahrnehmung des Stadtbilds bereits stark beeinflussen.

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, Erkenntnisse zu sammeln über den Einfluss von Architekturen der Sicherheit auf die Wahrnehmung des Stadtraums. Ebenso soll untersucht werden, wie sich das Sicherheitsempfinden durch die Präsenz dieser Architekturen in Relation zum tatsächlich geleisteten Schutz verändert hat. Dabei sollen mittels visueller Feldforschung bestehende Architekturen der Sicherheit kategorisiert und anschließend künstlerisch sowie (ingenieur-) wissenschaftlich analysiert werden. Erstellt wird eine Typologie und Methodik, die Akteure bei der Entwicklung und Planung derartiger Architekturen unterstützt. Weiterführendes Ziel ist es die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für Sicherheitsmaßnahmen, insbesondere Zufahrtsschutzmaßnahmen, zu finden. Grundlage für dieses Projekt ist der interdisziplinäre Ansatz zwischen Kunst und Technik sowie die Kooperation zwischen der Technischen Universität (TU Berlin), der Berliner Hochschule für Technik Berlin weiteren Partnerinnen und Partnern.


Fahrzeugsicherheitsbarrieren - architekturen der Sicherheit (ArchSiU)

Fahrzeugsicherheitsbarrieren als Architekturen der Sicherheit im öffentlichen Raum

Dissertationsvorhaben (Andreas Gürich):

Entwicklung technischer und ästhetischer Konzepte für Fahrzeugsicherheitsbarrieren unter besonderer Berücksichtigung von Stadt- und Veranstaltungsräumen

Ziel dieser Dissertation ist es zu ermitteln, wie Fahrzeugsicherheitsbarrieren als Architekturen der Sicherheit im öffentlichen Raum, insbesondere bei Veranstaltungen auf städtischen Straßen und Plätzen, durch ihren Einsatz zur Sicherheit beitragen und zugleich raumverträglich-ästhetisch gestaltet werden können. Hierzu sollen Kriterien für eine Bewertung, eine daraus folgende Klassifikation und somit Grundlagen für Konzepte von Fahrzeugsicherheitsbarrieren, die sowohl technische als auch ästhetische Anforderungen interdisziplinär integrieren, ermittelt und validiert werden.

Im ersten Schritt werden aus allen deutschen Großstädten (Gruppe A) die 40 größten (Gruppe B, 50% von A) ausgewählt und auf den Planungsstand und von Fahrzeugsicherheitsbarrieren via Recherche überprüft. Mit der Methode der visuellen Feldforschung werden bestehende Architekturen der Sicherheit in acht aus Gruppe B ausgewählten Städten identifiziert und innerhalb von Fallstudien analysiert (Gruppe C). In diesem Rahmen werden leitfadengestützte Interviews mit Expertinnen und Experten wie kommunalen Akteuren, industriellen Partnern und Planern durchgeführt mit dem Ziel Funktionen und Wirkung der jeweiligen Lösungen von Architekturen der Sicherheit im öffentlichen Raum zu beleuchten. Mit einer Analyse der technischen Daten und bereitgestellten Informationen werden bisherige Lösungen und Konzepte für Architekturen der Sicherheit von Städten der Gruppe C, sowohl im alltäglichen Stadtbild als auch bei dort stattfindenden Veranstaltungen, ingenieurwissenschaftlich untersucht. Die Verknüpfung der so gewonnenen interdisziplinären Erkenntnisse und der gefundenen Kriterien wird mit einem Mapping hergestellt, mit dem Ziel eine Klassifikation bestehender Architekturen der Sicherheit sowohl hinsichtlich gefundener technischer als auch gestalterischer Kriterien zu schaffen. So werden Grundlagen für die Entwicklung technischer und ästhetischer Konzepte von Fahrzeugsicherheitsbarrieren als Architekturen der Sicherheit im öffentlichen Raum abgeleitet.

Kontakt: Andreas Gürich, guerich@tu-berlin.de