Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist einer der größten Versammlungen in Deutschland. Mit mehreren Hunderttausend Teilnehmerinnen sind die Verkehrs- und Straßenraumkapazitäten durch den CSD in zentralen Bereichen der Innenstadt Berlins an der Belastungsgrenze. Die hohe Anzahl der Teilnehmerinnen führte 2023 vor allem im Bereich der Abschlusskundgebung zu Personendichten, die einen Einsatz von Rettungskräften des Sanitätsdienstes sowie der Feuerwehr im Notfall erschwert hätten und die bei unvorhergesehenen Ereignissen zu Personenströmen mit gefährlichen Besucherstromdynamiken hätten führen können. Die Wagen haben sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vom Ort der Eröffnungskundgebung bis zur Abschlusskundgebung bewegt, so dass große Teile der Demonstrationsroute für eine längere Zeit für den Verkehr gesperrt waren. Zum Berliner CSD 2024 wurden testweise Zugpilot*innen eingesetzt, die die Aufgabe hatten, Wagengruppen zu koordinieren, um eine gleichmäßige Geschwindigkeit ohne Lückenbildungen zu erreichen. Studierende des Studiengangs Theater- und Veranstaltungstechnik und -management von Berliner Hochschule für Technik wurden hierfür unterweisen und der Einsatz unter Berücksichtigung des subjektiven Stresserlebens und der Bewertung des Einflusses von Stressoren wissenschaftlich begleitet.
